01.09.2010
Kabinett setzt Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des drohenden Ärztemangels in Sachsen ein
Der Bedarf an niedergelassenen Ärzten im ländlichen Raum ist auf Grund der Altersstruktur der Ärzte größer als der potentielle Nachwuchs. Diese Besonderheit Ostdeutschlands hat nun auch den Westen Deutschlands „eingeholt“.
Obwohl sich das Sächsische Gesundheitsministerium seit 2004 zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen und den Krankenkassen intensiv für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum einsetzt und im bundesweiten Vergleich als „Innovationsführer“ bei Maßnahmen gegen den drohenden Ärztemangel gilt, ist absehbar, dass die bisherigen Maßnahmen nicht mehr ausreichen, um Versorgungslücken zu schließen.
„Es ist dringend nötig, weitere Lösungsmöglichkeiten im Bereich der universitären Ausbildung zu sondieren und mit allen verantwortlichen Ressorts gemeinsam zu agieren, die effektivsten Maßnahmen herauszuarbeiten und umzusetzen. Hierzu hat das Kabinett heut einen entsprechenden Beschluss gefasst“, erklärte Gesundheitsministerin Christine Clauß.
Das Sächsische Gesundheitsministerium hat 20 (nicht abschließende) Vorschläge aufbereitet und zur Diskussion gestellt. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus dem Sozial-, Wissenschafts- und Finanzressort soll diese Vorschläge nun prüfen und bis spätestens 01.03.2011 einen Ergebnisbericht vorlegen.
Die Vorschläge reichen von der Studienzulassung, der Auswahl geeigneter Bewerber über die Änderung der Studieninhalte, die Phase der Weiterbildung, weitere Innovationen bei Sicherstellungsmaßnahmen (Entlastung von Ärzten, Möglichkeiten rollender Arztpraxen) bis hin zur Initiierung einer ressortübergreifenden Strategie, wie die Infrastruktur im ländlichen Raum verbessert werden kann.